Hygienebeauftragter

Was macht ein Hygienebeauftragter?

Ganz einfach ausgedrückt:

Ein Hygienebeauftragter beschäftigt sich damit, Hygienerisiken zu erkennen und passende Maßnahmen zu entwickeln. Er schaut sich Arbeitsbereiche und Abläufe an, erkennt mögliche Schwachstellen und berät dazu, wie Hygiene verbessert und sicher umgesetzt werden kann.

Das kann zum Beispiel bedeuten: Hygienepläne erstellen oder überprüfen, Reinigungs- und Desinfektionsabläufe beurteilen, Mitarbeiter unterweisen oder bei hygienischen Problemen und Fragen unterstützen.

Er ist also nicht einfach jemand, der "kontrolliert, ob sauber gemacht wurde", sondern ein fachlicher Ansprechpartner rund um Hygiene, Prävention und sichere Abläufe.


Wo kommt ein Hygienebeauftragter zum Einsatz?

Ein Hygienebeauftragter kann überall dort sinnvoll sein, wo Hygiene eine wichtige Rolle spielt. Das betrifft längst nicht nur Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen.

Typische Einsatzbereiche sind zum Beispiel Gastronomie und Küchen, Hotels, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen, Unternehmen, Gemeinschaftseinrichtungen oder andere hygienisch sensible Bereiche.

Er kann hinzugezogen werden, wenn ein Betrieb seine Hygienemaßnahmen überprüfen möchte, einen Hygieneplan benötigt, Mitarbeiter geschult werden sollen oder Unsicherheit darüber besteht, welche Maßnahmen notwendig und sinnvoll sind.

Auch wenn es Beanstandungen, besondere Hygieneprobleme oder Anforderungen durch Behörden bzw. das Gesundheitsamt gibt, kann ein Hygienebeauftragter fachlich unterstützen und dabei helfen, geeignete Maßnahmen umzusetzen.

Kurz gesagt: Überall dort, wo die Frage auftaucht "Wie bekommen wir das hygienisch richtig und sicher geregelt?", kann ein Hygienebeauftragter der richtige Ansprechpartner sein.


Was kann ein Hygienebeauftragter konkret für Sie tun?

Ein Hygienebeauftragter kann Sie ganz praktisch dabei unterstützen, Hygiene in Ihrem Betrieb richtig zu organisieren und umzusetzen.

Je nach Bedarf kann er zum Beispiel Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne erstellen oder überprüfen, bestehende Abläufe und Arbeitsbereiche auf mögliche Schwachstellen prüfen und gemeinsam mit Ihnen passende Lösungen entwickeln.

Auch bei Fragen zu Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, richtigen Anwendungen, Einwirkzeiten oder hygienischen Arbeitsabläufen kann er beraten.

Darüber hinaus können Mitarbeitende geschult und für wichtige Hygieneregeln sensibilisiert werden. Gibt es Beanstandungen oder konkrete Anforderungen, kann er außerdem dabei unterstützen, notwendige Maßnahmen fachgerecht umzusetzen.

Originalaufnahme aus einer Hygieneschulung: Abklatschproben von ungewaschenen Händen (oben), nach Verwendung von Flüssigseife (unten links) und nach Verwendung von Händedesinfektionsmittel (unten rechts).
Originalaufnahme aus einer Hygieneschulung: Abklatschproben von ungewaschenen Händen (oben), nach Verwendung von Flüssigseife (unten links) und nach Verwendung von Händedesinfektionsmittel (unten rechts).

Ein Beispiel aus der Praxis

Hände waschen, anschließend desinfizieren – dann müssen sie doch hygienisch sauber sein. Nicht unbedingt.

Bei einer Schulung wurden Abklatschproben von ungewaschenen, mit Flüssigseife gewaschenen und desinfizierten Händen genommen. Das überraschende Ergebnis: Die ungewaschenen Hände zeigten in diesem Versuch die geringste Belastung.

Die Ursache: Die verwendete Flüssigseife war mikrobiell belastet. Statt Keime zu reduzieren, kamen die Hände beim Waschen erneut mit Mikroorganismen in Kontakt. Solche Verunreinigungen können beispielsweise entstehen, wenn Spendersysteme nicht fachgerecht gereinigt oder Produkte unsachgemäß nachgefüllt werden. Genau deshalb warnt auch das Robert Koch-Institut vor Kontaminationsrisiken beim Aufbereiten und Nachfüllen von Seifenspendern.

Auch das eingesetzte Desinfektionsmittel brachte in diesem Versuch nicht das erwartete Ergebnis, weil Haltbarkeit und ordnungsgemäße Kontrolle nicht ausreichend beachtet worden waren.

Dieses Beispiel zeigt: Gute Hygiene bedeutet nicht nur, Seife und Desinfektionsmittel bereitzustellen. Entscheidend ist, dass Produkte, Spender und Abläufe regelmäßig kontrolliert und richtig angewendet werden.